27.11.2025
Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen
Mit der UN-Kampagne „Orange the World“ wird auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. In diesem Zeitraum werden markante Gebäude in orangefarbenes Licht getaucht, um sichtbar zu machen, dass geschlechtsspezifische Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, dem nur mit konsequenter Nulltoleranz begegnet werden kann. Zugleich soll das Bewusstsein für dringend notwendigen Opferschutz gestärkt werden.
Engmaschiger Opferschutz von AKH Wien und MedUni Wien
Die Zahlen zeigen einen unverändert hohen Handlungsbedarf. In Österreich wurden heuer bis Ende Oktober 13 Femizide und 25 schwere Gewalttaten gegen Frauen verzeichnet. In der Mehrzahl der Fälle besteht ein familiäres oder partnerschaftliches Verhältnis zwischen Täter und Opfer. Jede dritte Frau ist ab dem 15. Lebensjahr von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen, über ein Viertel erlebt sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, und mehr als 20 Prozent sind von Stalking betroffen.
Kliniken zählen oft zu den ersten Stellen, an denen Gewalt sichtbar wird, und spielen daher eine zentrale Rolle dabei, Verletzungen zu erkennen, anzusprechen und zu dokumentieren. Als größtes Krankenhaus Österreichs und zentrale Ausbildungsstätte für Gesundheitsberufe tragen AKH Wien und MedUni Wien besondere Verantwortung im Umgang mit Gewaltbetroffenen. Bereits seit 2010 verfügen das AKH Wien und die MedUni Wien über eine hausweite Opferschutzgruppe, die in Ambulanzen und auf Stationen für das Thema Gewalt sensibilisiert und betroffene Patient*innen unterstützt.
Seit 2011 steht betroffenen Frauen an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde von AKH Wien und MedUni Wien eine Krisenambulanz mit Schwerpunkt Opfer- und Kinderschutz zur Verfügung. Nach telefonischer Vereinbarung werden Betroffene gynäkologisch versorgt, Spuren gesichert und über weiterführende Hilfsangebote informiert. Auch Betroffene von Female Genital Mutilation (FGM) werden an der Krisenambulanz behandelt. Als Bereich, in dem Betroffene ebenfalls besonders häufig behandelt werden, wurde im Oktober 2023 auch an der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie eine Krisenambulanz eingerichtet. Betroffene von Gewalt werden in der Ambulanz weiterführend unfallchirurgisch versorgt und klinisch-psychologisch betreut.
Neue Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die seit Jahresbeginn bestehende Untersuchungsstelle für Gewaltbetroffene. Die Einrichtung bietet klinisch-forensische Untersuchungen, Fotodokumentation und Spurensicherung – kostenlos, für jedes Alter und jedes Geschlecht und unabhängig davon, ob eine Anzeige vorliegt. Weitere Informationen hier.



